Geschichte

Die geologische Geschichte des Erzgebirges beginnt bereits in der Zeit vor dem Paläozoikum, als wahrscheinlich die ältesten Ablagerungen und magmatischen Gesteine entstanden sind. Die heutige Gestalt erhielt dieses Gebilde im Tertiär, als die Bruchtektonik starke Senkungen im Südosten des Erzgebirges verursacht hat. Die Bewegungen in den Bruchlinien trugen zu der Entstehung tiefer quer laufender Täler, mächtiger Gesteingerölle und weiterer verwitterter Materialien auf den Hängen des Erzgebirges bei.
Die Bezeichnung Erzgebirge entstand allmählich. In dem 9. Jahrhundert  kamen in alten Chroniken Namen wie Hircanus Saltus oder Fergunna vor. Zwei Jahrhunderte später wurde das Bergmassiv Miriquidi (Dunkelwald) bezeichnet. In der Zeit war es nämlich praktisch mit Urwald bedeckt. Seit dem 12. Jahrhundert wurde die gleiche Bezeichnung für alle böhmischen Grenzgebirge – Böhmerwald oder Böhmischer Wald (Český les) - benutzt. Die deutsche Form des Namens Erzgebirge (Krušné hory), die das Bodenreichtum umschreibt, ist zum ersten Mal  in der Chronik aus dem Jahr 1589 erschienen. Die wortgetreue Übersetzung in die tschechische Sprache  - Rudné hory oder Rudohoří -  kennzeichnete die Erzförderung. In Alttschechisch wurde die Förderung von Erzen mit dem Wort „krušení“ bezeichnet, das letztendlich dem Gebirge seinen heutigen Namen gab.
Das Vorland des Mittleren Erzgebirges wurde bereits in der Urzeit besiedelt. Schon damals spielten wohl die Bodenschätze des unweiten Gebirges seine Rolle. Hier waren keltische Siedlungen, in dem 5. Jahrhundert kamen die ersten Slawen. Zunächst war das Gebiet nur sehr unregelmäßig besiedelt, mit der Zeit gewann es an Bedeutung dank der Erweiterung der Förderung. In der Region entstanden erste Siedlungen, vor allem entlang der Handelsstraßen, die die Entwicklung der Berggebiete beschleunigten. Die älteste, die als „Kralupy Salzstraße“ (kralupská solná stezka) bezeichnet wurde, existierte wohl schon im 10. Jahrhundert.
Die massivere Besiedlung des Erzgebirges, überwiegend von deutschen Bewohnern, begann in zwei Wellen in Zusammenhang mit dem „großen Berggeschrey“ im 12. und 15. Jahrhundert, als reiche Silbervorkommen gefunden wurden (1168 in Freiberg, 1470 in Schneeberg und 1491/92 auf dem Gebiet von Annaberg-Buchholz). Allmählich folgte die Förderung weiterer Mineralien –Zinn, Kupfer, Blei, Kobalt, Nickel, Wolfram.
Später, mit dem Niedergang des Bergbaus im 19. Jahrhundert, hat die Entwicklung der traditionellen handwerklichen Produktion begonnen. Das Erzgebirge wurde vor allem durch die Holzspielzeugherstellung und das Spitzenklöppeln bekannt. In der gleichen Zeit begann sich im Vorland der Erzgebirgs-Südhänge die Braunkohlenförderung kontinuierlich zu entwickeln.
In den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es im Sudetenland, und also auch im Osterzgebirge, zur Verletzung des über Jahrhunderte andauernden friedlichen Zusammenlebens der beiden auf diesem Gebiet lebenden Nationen. Der politische Druck trennte die Tschechen und Deutschen in zwei Lager. 1938 haben die Tschechen die Ortschaften im Grenzgebiet verlassen, nach dem Krieg wurden die deutschen Bewohner ausgesiedelt. Die Aussiedlung bedeutete für das gesamte Erzgebirge eine grundsätzliche Wende. Die folgende tschechische Besiedlung erreichte niemals das Niveau wie vor dem Krieg, was zur Entvölkerung der Gebiete im Gebirge und zum völligen Untergang einiger Gemeinden und traditioneller erzgebirgischer Aktivitäten führte (Holzspielzeugherstellung, Spitzenklöppelei, Büchsenherstellung, Posamenten- und Handschuhproduktion, Strumpfwirkerei, Knopfherstellung..). 
Die Braunkohlenförderung im Moster Becken, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiviert wurde, führte zwar zum wirtschaftlichen Wachstum, aber für den Preis der Zerstörung der Umwelt und zahlreicher Gemeinden. Die Gase aus den Industriebetrieben haben sich auch im Erzgebirge, vor allem an den Wäldern, bemerkbar gemacht.
In der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts und im neuen Jahrtausend gewinnt das Leben im Gebirgsvorland und in den Bergen einen neuen Charakter. Die durch die rücksichtslose Devastation der Gegend verursachten Schäden werden saniert, die Traditionen werden wieder aufgefrischt, in die Berge kehrt das Leben zurück. Die Grenze in den Kammgebieten, die früher die Menschen auf beiden Seiten voneinander trennte, hat heute im Wesentlichen nur eine symbolische Bedeutung.
Das Erzgebirge hat eine reiche, gerührte Geschichte. Man sagt, dass die Geschichte nur für denjenigen bedeutsam ist, der aus ihr lernen kann – das Schlechte und Überholte verlassen, das Gute, was unsere Vorfahren erreichten und womit unsere Region berühmt wurde, erhalten und entwickeln. Bei uns im Erzgebirge geht es. Glauben Sie es nicht? Kommen uns sehen Sie selbst!