UNESCO World Heritage - Projekt

Die Entwicklung des Erzgebirges wurde Jahrhundertelang vor allem von dem Bergbau und von der Erzverarbeitung geprägt. Diese Branchen haben während der letzten mehr als 800 Jahre grundlegend zur Gestaltung der einzigartigen Kulturlandschaft auf beiden Seiten der Grenze beigetragen und somit die technologische, wissenschaftliche und künstlerische Entwicklung und ebenso das Entstehen eigenständiger Traditionen und Bräuche angeregt. Der Einfluss der Bergbautätigkeit ist in der Region bis zum heutigen Tag nicht nur dank einer Vielzahl technischer Denkmäler oder zusammenhängender Objekte erkennbar, sondern auch dank der Vielzahl der immateriellen Aspekte,  die die montane Kulturlandschaft mit internationaler Bedeutung charakterisieren.
Auf Grundlage der Erkenntnisse über die Einzigartigkeit dieser Kulturlandschaft einigten sich die Partner auf der sächsischen und tschechischen Seite des Erzgebirges und streben gemeinsam die Aufnahme der Erzgebirgslandschaft in das  UNESCO-Kultur- und Naturerbe an. Zum Erreichen dieses Ziels wird das Projekt Mitteleuropäische Kulturlandschaft Montanregion Erzgebirge/ Krušnohoří – der Weg zum UNESCO- Welterbe genutzt, das von dem EFRE-Europäischen Fonds für Regionalentwicklung – „Investition in Ihre Zukunft“ mitfinanziert und von dem Programm Cíl 3/Ziel 3 (mitfinanziert aus dem EFRE-Fonds) gefördert wird.
Die Projektpartner auf der tschechischen Seite sind der Bezirk Ústecký kraj (Projektkoordinator) und das Regionalmuseum in Most. Auf der sächsischen Seite sind es die TU Bergakademie Freiberg und der Förderverein Montanregion Erzgebirge Freiberg. Im Rahmen des Projekts wurde auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Bezirk Karlovarský kraj angeknüpft.
Die tschechischen Partner haben die auf der sächsischen Seite erstellte Methodik übernommen, wonach drei Pilotstudien erstellt wurden. Die Studien bewerteten die ausgewiesenen Gebiete in dem Ost-, Mittel- und Westerzgebirge. Auf Grundlage deren Ergebnisse stellten die Bezirke Ústecký und Karlovarský kraj Stellungnahmen der entsprechenden Gemeindevertretungen sicher und beide Bezirke reichten die Anträge hinsichtlich der Aufnahme der ausgewählten Kulturgüter, die zur Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste nominiert wurden, in die nationale Tentativliste ein. Die Berg-Kulturlandschaft Montanregion Krušnohoří/Erzgebirge wird von sechs tschechischen Kulturgütern repräsentiert, die von der einzigartig erhaltenen Landschaft, die von der Bergbautätigkeit über den Zeitraum von fast acht Jahrhunderten geprägt wurde, zeugen. Es handelt sich um die historische Bergstadt Krupka mit dem Bergwerk Starý Martin (Alter Martin), den Berg Mědník in Měděnec, die historische Bergstadt  Jáchymov, die Stadt Horní Blatná mit dem Objekt Blatenský příkop (Plattner Graben), die Seife bei Boží Dar und das Bergwerk Mauritius in Hřebečná bei Abertamy. Auf der sächsischen Seite werden 42 Kulturgüter zur Aufnahme  vorgelegt, dazu zählen die historischen Bergstädte Freiberg, Annaberg-Buchholz, Marienberg und Schneeberg und weitere Montandenkmäler einschließlich der Objekte der anknüpfenden Industriebranchen. 
Die ausgewählten Kulturgüter in dem böhmischen Erzgebirge haben die Unterstützung des Wissenschaftlichen Rats der Generaldirektorin des Nationalen Denkmalamtes erhalten. Es wurde ein Entwurf für die Aufnahme in die Tentativliste der kulturellen Denkmäler der Tschechischen Republik als Bestandteil der geplanten tschechisch-sächsischen Nomination erstellt. Im Februar 2012 wurde die Montan-Kulturlandschaft Erzgebirge offiziell in die UNESCO-Tentativliste aufgenommen. Gleichzeitig wurde seitens der Tschechischen Republik und des Freistaates Sachsen eine Vereinbarung über die gemeinsame Vorgehensweise getroffen. Diese führt zur gemeinsamen Aufnahme der nominierten Kulturgüter in die Weltkulturerbeliste UNESCO.
Ein nächstes Ergebnis im Projekt ist die Erstellung einer gemeinsamen tschechisch-sächsischen Datenbank für die Montanregion mit dem Ziel die Identifikationsdaten in dem von den sächsischen Partnern erstellten Programm zu speichern. So werden sämtliche montane Denkmäler im ganzen Erzgebirge katalogisiert. Auf der tschechischen Seite wurde eine erste Gesamtübersicht der montanen Objekte erstellt, viele davon können in der Zukunft als Kulturdenkmäler erklärt werden. Nach der Füllung des wesentlichen Teils wird vorausgesetzt, dass diese den Fachleuten und in angepasster Fassung für den Montantourismus zugänglich gemacht wird.
Die Anerkennung der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří als UNESCO-Welterbe ist eine einzigartige Chance um das Erzgebirge auf der böhmischen und sächsischen Seite als lebendige und sich entwickelnde Kulturlandschaft mit einer außerordentlichen Bedeutung für das Erbe der Menschheit zu bewahren, damit es weltweit bekannt wird und damit die Region neue Impulse für die Entwicklung erhält.